Experimente der Psychologie

Einige klassische Experimente der Psychologie eignen sich hervorragend für den Einsatz im Ethik- und Philosophieunterricht. Hier findet sich eine Liste dieser Experimente, die im Laufe der Zeit durch Beschreibungen, Links, Kommentare und Entwürfe ergänzt werden soll.

Das Stanford Prison Experiment:

1971 führte der amerikanische Psychologe Philip Zimbardo dieses Experiment an der Stanford Universität durch. Freiwillige wurden in Aufseher und Häftlinge unterteilt. Die Aufseher hatten den Auftrag, für Ruhe und Ordnung zu sorgen und konnten dazu eigene Regeln und Maßnahmen aufstellen. 

Bereits am dritten Tag zeigten Gefangene extreme Stressreaktionen, sodass das Experiment vorzeitig abgebrochen werden musste.

In der Folge wurden sowohl die Versuchsanordnung als auch die Methodik und Ergebnisse immer wieder angezweifelt. Auch die ethischen Dimensionen des Experiments wurden immer wieder kritisch diskutiert.

Nicht zuletzt wegen der Verfilmungen handelt es sich um ein bis heute sehr bekanntes Experiment, das sehr kontrovers diskutiert und bis auf verschiedene Fragen angewendet werden kann. So sagte Zimbardo selbst in die Verhandlung gegen eine Wache des Gefängnisses AbuGhraib aus. Er wollte den Beteiligten klarmachen, dass alle Menschen unter gewissen Umständen derartige Verhaltensweisen zeigen können. Nicht der Mensch ist böse, sondern die Umstände.

Dieses Spannungsverhältnis macht das Experiment für den Ethikunterricht bis heute interessant.

Links:

wikipedia

Zimbardo und Abu Ghraib

 

Das Milgram Experiment:

Dieses Experiment wurde bereits 1961 von Stanley Milgram durchgeführt. Einem Versuchsteilnehmer wurde erklärt, es handele sich um einen Versuch der Lernpsychologie. Mit Hilfe von Stromschlägen sollte angeblich das Lernverhalten untersucht bzw. verbessert werden, was durchaus zum Zeitgeist passte. Zwischen zwei Versuchsteilnehmern wurde vermeintlich ausgelost, wer die Rolle des Lehrers und wer die Rolle des Schülers einnehmen sollte. In Wahrheit gab es nur einen echten Versuchsteilnehmer, der immer zum Lehrer erklärt wurde. Bei den Schülern handelte es sich um Schauspieler, die an eine komplizierte Apparatur angeschlossen wurden.

Die Lehrer hatten die Aufgabe, den Schülern Fragen zu stellen. Bei einer falschen Antwort sollte über die Apparatur ein Stromschlag ausgelöst werden. Es sollte angeblich untersucht werden, ob die Schüler durch die Stromschläge besser lernen. Da die Apparatur eine Fälschung und die Schüler eingeweihte Schauspieler waren, wurde die Illusion erzeugt, der Lehrer würde dem Schüler bei falschen Antworten Schmerzen zufügen. In Wahrheit ging es um die Frage, wie weit Menschen unter diesen Bedingungen bereit sein würden, anderen Menschen Schmerzen zuzufügen. 

Zusätzlich wurde ein Versuchsleiter (ebenfalls ein Eingeweihter) involviert, der dem Lehrer zur Seite gestellt und diesen von der weiteren Teilnahme am Experiment überzeugen sollte. Das Experiment wurde tausendfach in verschiedenen Szenarien, Abstufungen und Kulturkreisen wiederholt und führte immer zum gleichen Ergebnis: Unter Berufung auf ein höheres Ziel und mit Verweis auf eine Autorität sind Menschen aller Religionen, jedes Bildungsgrades, aller Kulturen und jeden Alters bereit anderen Menschen große Schmerzen zuzufügen (bis hin zu tödlichen Stromschlägen). 

Das Stanford Prison Experiment und das Milgram Experiment entstanden unter dem Eindruck des Holocaust und machten es sich zur Aufgabe zu untersuchen, wie es zu einem solchen Verbrechen kommen konnte. In Bezug auf die Frage nach der (moralischen) Natur des Menschen sind sie daher für den Unterricht bedeutend.

Links:

wikipedia

 

Das Asch Experiment:

1951 untersuchte Solomon Asch mit seinem Konformitätsexperiment das menschliche Verhalten in Gruppen. An einem großen Tisch wurden viele Versuchsteilnehmer (von denen in Wahrheit nur eine Person ein echter Versuchsteilnehmer war, bei den anderen Teilnehmern handelte es sich um Schauspieler mit vorgegebenen Rollen/Texten) platziert. Alle Personen sollten nacheinander eine Linie mit drei unterschiedlich langen Linien vergleichen und benennen welche der drei Linien so lang ist, wie die einzelne Linie.

Die Schauspieler waren gehalten in den meisten Fällen eine offensichtlich falsche Antwort zu geben. Untersucht wurde das Verhalten der Testperson. Je mehr Schauspieler vor der Testperson eine falsche Antwort geben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Testperson sich der offensichtlich falschen Antwort anpasst. 

Allerdings: Nur wenige positive Bestätigungen genügen, um Testpersonen auch gegen eine Mehrheit von Falschaussagen anstehen zu lassen. Auch Versuchsvarianten, in denen den Testpersonen erlaubt war zu interagieren, bewirkten, dass signifikant weniger Versuchspersonen sich falschen Behauptungen anschlossen.

Links:

Bundeszentrale für politische Bildung

wikipedia

youtube

 

 

 

 

- Monopoly Experiment

- Halo-Effekt

- optische Täuschungen

- Experimente zum Gefangenendilemma

- Libet-Experiment

- Barbie Doll Experiment

- Red Spade Experiment

- rubber hand illusion