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Eisenhower-Methode

"Das Referendariat ist keine Ausbildung, sondern ein Charaktertest." Der Stress im Referendariat ist sprichwörtlich geworden. Neben der fachlichen und pädagogischen Ausbildung gilt besonders die die zeitliche, mentale und emotionale Belastung als typisch für diese Ausbildungsphase. Das zeigt sich bereits bei Gesprächen mit Praktikanten.

 

Wir organisieren mit jedem Praktikantenbesuch ein Treffen mit den Referendaren. Hier können die Praktikanten alles fragen, was sie rund um das Thema Lehrersein und Referendariat bewegt. In der Regel lautet die erste Frage: "Ist es wirklich so stressig wie alle sagen?"

 

 

Wie kann man mit Stress im Referendariat umgehen? Die Eisenhower Methode ist ein Ansatz sich über seine Ressourcen klar zu werden und diese bewusster einzusetzen. 

Weder geht es hier um die Ursachen oder endgültige Lösungen - die es auch nicht gibt. Es geht auch nicht darum Schuldzuweisungen nach dem Motto "das hast du bisher falsch gemacht" zu treffen. Hier soll lediglich ein Vorschlag aufgezeigt werden, die vielen anfallenden Tätigkeiten zu ordnen.

 

Zentral in der Selbstverwaltung ist viele Anforderungen, Termine, Vorgaben und Erwartungen zu koordinieren. Dabei setzen viele Menschen auf ToDo-Listen. Diese Listen sind zwar hilfreich, haben aber - gerade bei großem Termindruck - einen entscheidenden Nachteil: Sie gewichten die anfallenden Aufgaben nicht. 

Die Eisenhower-Methode (benannt nach dem Amerikanischen Präsidenten, der sie angeblich selbst nutzte), sortiert Anfallendes nach Dringlichkeit und Zeit. Somit entstehen vier mögliche Szenarien: von wichtig und dringend bis zu unwichtig und nicht dringend. 

 

Sortieren wir unsere täglichen Aufgaben in dieses Raster ist schnell klar: 

Zuerst wird das erledigt, was wichtig und dringend ist. Stress entsteht dann, wenn wir nur noch Aufgaben haben, die in dieser Kategorie einzusortieren sind. Wenn wir das Gefühl habe, der Berg wichtiger Dinge wird nicht kleiner.

Als letztes - und auch da sind sich die meisten Menschen einig - erledigen wir die Dinge, die weder wichtig noch dringend sind. Sie werden entweder gar nicht erledigt oder erst dann, wenn wirklich alle anderen Arbeiten erledigt sind.

Entscheidend beim Stressabbau ist die Frage, welches Feld als zweites bearbeitet wird: Wählen wir zuerst wichtige aber nicht dringende Aufgaben oder dringende aber eher unwichtige Aufgaben. 
Die meisten Menschen tendieren dazu stets dringendes zuerst zu erledigen, ohne kritisch zu überprüfen, ob diese Dinge auch wichtig sind. Die Eisenhower Methode legt nahe dis zu ändern.

Stattdessen sollen zuerst die Aufgaben erledigt werden, die dringend sind. Nachdem ich sofort die dringenden Aufgaben abgearbeitet habe werden als nächsten die wichtigen Dinge erledigt, die noch etwas Zeit haben. 

Eine genaue Zeitplanung hilft dabei, dass langfristig immer weniger wichtige Aufgaben dringend werden. Stattdessen ist das Ziel der gesamten Methode, wichtige Aufgaben zu erledigen bevor sie dringend werden.

Erst danach werden dringende, aber unwichtige Aufgaben in den Blick genommen. Diese können, müssen aber nicht selbst erledigt werden. Zumindest in Stressphasen ist es absolut legitim sich Hilfe zu holen oder zu delegieren. 

 

Übrigens: Es ist für das eigene Wohlbefinden bedeutend nicht automatisch berufliches als wichtig und privates als unwichtig einzuordnen.  

 

Um Stress bewältigen zu können und trotz hoher Belastung gesund und motiviert zu bleiben, ist es wichtig Freunde, Familie und Hobbys nicht dauerhaft hinten anzustellen.

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