Filme produzieren statt konsumieren

Die Tage und Wochen bis zu den nächsten Ferien fliegen angesichts letzter Arbeiten und Konferenzen, Weihnachtssingen, Backen... nur so dahin. 

Man weiß als Lehrer häufig dann genau, dass größere Ferien vor der Tür stehen, wenn Schülerinnen und Schüler häufiger als sonst nach Filmen fragen - manche ziehen auch mal einen Stapel mitgebrachter DVDs aus der Tasche und wollen dem filmlosen Lehrer aushelfen.

 

Klar ist nach vielen Wochen harter Arbeit die Luft bei allen raus und die letzten besinnlichen Stunden werden als Ausklang genutzt. Was nur allzu verständlich ist, kann aber auch für Projekte genutzt werde, die sonst eher zu kurz kommen oder um Experimente zu starten: Also warum nicht mal Filme produzieren anstatt sie "nur" zu schauen.

 

Bei den vielen unterschiedlichen Formaten kann etwa die ganze Klasse an einem Format arbeiten (etwa Erklärvideos zum letzten Stoffgebiet) oder eigene Ideen realisieren (greenscreen, Animation, Dokumentation,...). Gerade hier liegt eine große Chance alle Schülerinnen und Schüler in den gesamten Produktionsprozess aktiv einzubeziehen. Häufig haben die Kinder als Konsumenten beispielsweise sehr genaue Vorstellungen, was ein gutes Video ausmacht. So habe ich die Grafik mit einer siebten Klasse erstellt, nachdem wir ein professionelles Erklärvideo geschaut haben: Die Schülerinnen und Schüler haben die Qualitätskriterien selbstständig herausgearbeitet, gruppiert und später auf ihre Videos angewandt.

 

In den folgenden Stunden durften sie in selbst gewählten Gruppen ein Thema der gesamten Reihe auswählen, von dem sie glaubten, dass sie es besonders gut erklären konnten oder dass sie besonders mochten. Da die Gruppen motiviert und selbstständig arbeiteten konnte ich die Freiheit nutzen mich einzelnen Schülern oder Gruppen intensiver zuzuwenden, um technisch oder inhaltlich zu unterstützen. 

Neben der Beteiligung der Schülerinnen und Schüler am Produktionsprozess stellt sich häufig heraus, dass die Themen in besonderer Erinnerung bleiben und auch die Methoden von den Klassen sehr kritisch reflektiert werden können. Die Arbeit kann sowohl mit eigenen Geräten (BYOD) oder mit Schulgeräten erfolgen, wenn die entsprechende Ausstattung vorhanden ist. 

 

Ausstattung, die wir verwendet haben:

- iPads

- Schwanenhalshalterungen für den Tisch

- Trickbox

- Mikrofon

 

Apps, die wir genutzt haben:

- popplet (zur Erstellung der Kriterien)

- Kamera

- imovie

 

Erkenntnisse, den wir hatten:

- Filme drehen macht riesigen Spaß

- es ist schwerer als es scheint

- man muss sich gut vorbereiten

- man braucht viele Anläufe, um eine gute Aufnahme zu schaffen

- Filme drehen und schneiden kostet viel Zeit - man lernt aber viel Neues, das man sich lang merkt (auch über den Inhalt des Films hinaus)

 

Weihnachten steht vor der Tür, also ran an die Kameras, Tablets und PCs und viel Spaß beim Drehen, Schneiden und Produzieren toller Filme.

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